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Forschungsschwerpunkte

Zwischenmenschliche Kommunikation ist ein komplexer Prozess, der auf dem kontinuierlichen und dynamischen Zusammenspiel mehrerer neurobiologischer Systeme beruht, welche sensorische, kognitive, prädiktive und affektive Ressourcen bereitstellen, um kommunikative Informationen wie gesprochene Sprache, Gesichtsausdrücke, Gestik zu verarbeiten, zu integrieren und darauf zu reagieren.

In unserem Labor arbeiten wir daran, die neurobiologischen Grundlagen dieser dynamischen Prozesse besser zu verstehen. Wir interessieren uns dafür, wie Kommunikation unter aversiven Bedingungen wie zum Beispiel während sensorischen, kognitiven oder sozialen Herausforderungen (z. B. bei Hörbeeinträchtigungen, bei Demenz oder bei verschiedenen psychischen Störungen) aufrechterhalten werden kann. Darüber hinaus untersuchen wir das Potential, subtile Änderungen in der Kommunikation als frühen systemischen Marker für die Anfälligkeit des Gehirns in der Psychiatrie zu verwenden. Ausserdem entwickeln wir Interventionen, um das Gehirn bei kommunikativen sozialen Interaktionen zu unterstützen.

Unsere Forschung kann grob in drei Bereiche eingeteilt werden:

  1. Grundlagenforschung: Mittels gut kontrollierten Experimenten, die wir in unseren Laboren (z.B. im Hyperscanning-Labor, im Akustik-Labor oder im EEG-Labor) durchführen, erforschen wir, wie das menschliche Gehirn Sprache und andere kommunikative Informationen (z.B. Sprachakustik, Stimme, Blickbewegungen, Mundbewegungen) verarbeitet, interpretiert und darauf reagiert. Desweiteren untersuchen wir, wie sich das Gehirn und das Herz an solche Informationen anpassen und sich während interaktiven Aufgaben miteinander und mit der Umwelt synchronisieren.
  2. Klinische Forschung: In unseren klinischen Studien untersuchen wir Veränderungen in der neuronalen Verarbeitung von Sprache bei Personen mit psychischen Störungen oder neurologischen Erkrankungen. Wir wirken an der Entwicklung neuer (Neuro)biomarker mit, um neuronale und sprachliche Veränderungen zuverlässig und frühzeitig zu erkennen und beteiligen uns an der Entwicklung neuer Interventionen gegen Hör- und Sprachpathologien und andere Störungen, welche die Kommunikation erschweren.
  3. Technologieentwicklung: Wir entwickeln digitale Applikationen und neurophysiologische Tools, um die Diagnostik und Behandlung von Hör-, Sprach- und Kommunikationsstörungen zu verbessern (z.B. Gehirntraining Apps, Applikationen in der virtuellen Realität, Neurofeedback-Protokolle oder andere Gehirn-Computer-Interfaces).

Unsere Forschungsgruppe arbeitet mit verschiedenen Methoden, wie zum Beispiel: 

  • Elektroencephalographie (EEG)
  • funktionelle und strukturelle Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Hyperscanning (Evaluation der Synchronizität verschiedener Gehirne/Herzen)
  • Neurofeedback
  • Blickbewegungsmessung
  • akustische Stimulation
  • digitale Stimm- und Sprachverarbeitung, NLP
  • Multimodale Messungen wie z.B. EEG-Blickbewegungen, EEG-virtuelle Realität

Weiterführende Informationen

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