Methoden
EEG
Das menschliche Gehirn besteht aus Milliarden von Neuronen – kleinen Nervenzellen, die über schwache elektromagnetische Signale miteinander kommunizieren. Diese Signale verändern sich in Abhängigkeit davon, was wir sehen, hören oder tun, da verschiedene Hirnregionen bei der Informationsverarbeitung miteinander interagieren.
Ein Elektroenzephalogramm (EEG) ist eine nicht-invasive Methode zur Erfassung dieser elektrischen Hirnaktivität. Dabei werden kleine Elektroden auf der Kopfhaut angebracht, um die Signale zu messen. Durch die Aufzeichnung von Veränderungen dieser Signale über die Zeit hinweg lässt sich feststellen, wann und wo im Gehirn Aktivität auftritt. Die gewonnenen Daten werden anschliessend mithilfe spezieller Software analysiert und mit beobachtetem Verhalten oder sensorischen Reizen in Beziehung gesetzt.
Das EEG ist das ideale Instrument für unsere Forschung, da es eine exzellente zeitliche Auflösung bietet und selbst subtile Veränderungen neuronaler Aktivität erfasst – auch solche, die sich nicht unmittelbar im Verhalten äussern. Im Gegensatz zu verhaltensorientierten Studien, die auf beobachtbaren Reaktionen basieren und somit nur das Endergebnis komplexer neuronaler Prozesse abbilden, liefert das EEG detaillierte Informationen über den zeitlichen Verlauf und die neuronalen Grundlagen kognitiver Prozesse.
In unseren Studien erfassen wir insbesondere ereigniskorrelierte Potenziale (EKPs), also spezifische Veränderungen im EEG-Signal, die durch bestimmte Reize oder Ereignisse ausgelöst werden.
FaceReader
FaceReader ist eine Software zur automatisierten Analyse von Gesichtsausdrücken. Mithilfe von Videoaufnahmen erkennt und analysiert die Software Veränderungen in der Gesichtsmimik und ermöglicht es so, emotionale Reaktionen über die Zeit hinweg zu erfassen.
In unseren Studien nutzen wir FaceReader insbesondere, um eine spezifische Gesichtsbewegung zu identifizieren, die mit dem sogenannten Duchenne-Lächeln (auch echtes oder Freude-Lächeln) assoziiert ist. Dadurch können wir untersuchen, wann und in welchem Ausmass diese Reaktion während unserer Experimente auftritt.