Modulation von Tiefschlafwellen als Therapieansatz bei Depression (SMART Studie)
Lässt sich das depressive Gehirn im Schlaf neu «stimmen»?
Die SMART-Studie (Sleep Modulation as Antidepressant Randomized Trial) untersucht den Schlaf als ein bisher kaum genutztes therapeutisches Fenster für die Behandlung von Depressionen. Während sich die meisten Therapieansätze auf Interventionen im Wachzustand konzentrieren, erforschen wir, ob die gezielte Modulation von Tiefschlafwellen Depressionssymptome lindern kann.
Mittels auditorischer Stimulation (down-phase targeted auditory stimulation) spielen wir kurze pink noise Sequenzen ab, um die Tiefschlafwellen gezielt zu unterdrücken. Dies könnte die rasche antidepressive Wirkung von Schlafentzug replizieren, ohne dessen typischen negativen Auswirkungen hervorzurufen. Diese Studie umfasst 30 depressive und 30 gesunde Teilnehmende desselben Geschlechts und Alters. Im Rahmen eines fünfwöchigen Crossover-Protokolls wurde jeweils eine Woche auditorische Stimulation und Sham-Stimulation verglichen.
Die Datenerhebung ist abgeschlossen und wir analysieren nun diesen grossen, multimodalen Datensatz, der folgende Bereiche umfasst:
- Schweregrad der Depression: Fremd- und Selbstbeurteilung der Symptome.
- Elektrophysiologie: Einkanal-Schlaf-EEG zu Hause sowie hochauflösendes (high-density) EEG im Schlaflabor.
- Bildgebung: Strukturelles MRT, funktionelles MRT im Ruhezustand (resting-state fMRI) und Magnetresonanzspektroskopie.
- Neurokognitive Marker: Untersuchung der deklarativen Gedächtniskonsolidierung, Vigilanz und emotionalen Informationsverarbeitung.
- Biochemisches und physiologisches Profil: Blutproben, kontinuierliche Messung der Herz- (EKG) und körperlichen Aktivität sowie Ecological Momentary Assessments von Stimmung und Schläfrigkeit.
Unser Ziel ist es, diese vielfältigen Modalitäten zu integrieren, um zu verstehen, wie sich die auditorische Schlafmodulation auf die Neurobiologie und Klinik der Depression auswirkt. Studierende mit Interesse an der Auswertung eines Teils dieses Datensatzes im Rahmen einer Masterarbeit oder eines Forschungsprojekts kontaktieren Prof. Reto Huber
Forschungsgruppe
Gruppenleitung: Prof. Dr. Reto Huber
Projektleitung: Dr. Giulia Da Poian
Investigatoren: Prof. Dr. Erich Seifritz, Dr. Dr. Corinne Eicher
Institutionen:
Child Development Center
Universitäts Kinderspital Zürich
Universität Zürich Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Departement für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie
ETH Zürich, Sensory-Motor Systems Lab
Finanzierung
Drittmittel:
- SNF-Ambizione Grant (PZ00P2_193291)
- SAMW/SNF-MD-PhD Grant (323530_207034)