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Durch machine learning unterstützte Schlafmodulation

Kann uns künstliche Intelligenz dabei helfen, das schlafende Gehirn zu dekodieren und gezielter zu modulieren?

Schlaf ist durch spezifische Hirnrhythmen strukturiert, insbesondere durch Slow Waves, die Gedächtniskonsolidierung, neuronale Erholung und mentale Gesundheit unterstützen. Mittels closed-loop auditorischer Stimulation (CLAS) lässt sich nicht-invasiv mit diesen Rhythmen im Tiefschlaf interagieren. Bisherige Systeme stützen sich jedoch auf einen einzelnen EEG-Kanal und behandeln alle Slow Waves gleich - obwohl Slow Waves in funktionell unterschiedlichen Subtypen vorkommen.

In diesem Projekt setzen wir machine learning ein, um die Schlafmodulation präziser zu gestalten. Wir entwickeln Deep-Learning-Modelle die hochauflösendes EEG (hdEEG) in Echtzeit analysieren, Eigenschaften ableiten und Slow-Wave-Subtypen aus kurzen EEG-Fenstern klassifizieren. Diese Modelle steuern ein closed-loop System, das hdEEG-Analyse und auditorische Stimulation kombiniert, um gezielt bestimmte Slow-Wave-Typen anzusprechen.

Das Projekt verfolgt drei aufeinander aufbauende Arbeitslinien:

  • Post-hoc-Analyse: Charakterisierung von Slow-Wave-Subtypen in bestehenden hdEEG-Schlafdatensätzen und Identifikation derjenigen EEG-Merkmale, die sich am besten für eine Echtzeit-Klassifikation eignen.
  • Modelierung: Training und Validierung der Machine-Learning-Pipeline auf simulierten und gemessenen Daten, mit Fokus auf Robustheit, Echtzeit-Performance und Interpretierbarkeit auf Quell-Ebene.
  • Integration & klinische Translation: Kombination der Modelle mit closed-loop Hardware und Pilottests bei Erwachsenen, mit dem Ziel einer klinischen Studie mit ADHS-Kindern am Universitäts-Kinderspital Zürich (Kispi).

Durch die Verbindung methodischer Fortschritte im machine learning mit translationaler Schlafforschung wollen wir die nicht-invasive Schlafmodulation selektiver, besser interpretierbar und klinisch nutzbarer machen.

Forschungsgruppe

Gruppenleitung: Prof. Dr. Reto Huber
Projektleitung: Dr. Samuel Wehrli und Dr. Sara Fattinger
Doktorand: Julian Amacker

Institutionen: ZHAW School of Life Sciences and Facility Management, Institute of Computational Life Sciences (ICLS); Universitäts-Kinderspital Zürich, Abteilung Entwicklungspädiatrie

Projektpartner: TI Solutions AG; Ente Ospedaliero Cantonale (EOC) / Istituto di Neuroscienze Cliniche della Svizzera Italiana; Universität Zürich; Universitätsspital Zürich

Finanzierung

Drittmittel

  • DIZH-Innovationsprogramm — ConCLAS (Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen, seit 09/2024)